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Pflanze des Monats

Hadernblatt, Zungen-Mäusedorn
Ruscus hypoglossum

«Hier wächst nix! » schallt es durch die Gärten, wenn es um trockenheisse Stellen im Schatten unter Bäumen geht. Wo Rosen, Tulpen, Nelken nur jammern und verwelken, könnte man es mit dem Hadernblatt versuchen. Nach der Pflanzung tut es erstmal keinen Wank, legt aber im Folgejahr zu und später richtig los. Mit seinen kurzen Ausläufern ist es ein zuverlässiger, immergrüner Bodendecker.

Das Hadernblatt stammt aus Südosteuropa und der Türkei. 1543 schrieb der berühmte Arzt und Botaniker Leonhart Fuchs zur «Statt seiner wachsung», «Das Zäpfflinkraut (Hach, welch schöner Name!) wechst in hohen wälden unnd würdt auß dem Ungerland zu uns gebracht unnd in ettlichen gärten gepflantzt.» Seine breiten Blätter sind keine, sondern umgewandelte Stiele. In deren Mitte sitzen im Frühling (und oft schon im Winter) winzige Blüten und im Sommer rote Beeren. Diese aber nur theoretisch, da hier nur weibliche Pflanzen stehen und die Männchen fehlen.

Sieht man genau hin, entdeckt man, dass die kleinen Blüten frech ihre Zungen herausstrecken. Aber keine Angst, sie leiden nicht unter der Blauzungenkrankheit, sie sind vielmehr die Chow Chows unter den Pflanzen. Aber vegan.

Standort: Im Nordgarten, im "Eichenhügel"